Wie Frauen jagen – warum ich als Jägerin nicht immer schieße!

Warum ich als Jägerin nicht schieße, obwohl ich die Möglichkeit dazu habe – es die Jagdzeit mir erlaubt und der Pächter mir eine Freigabe erteilt hat? Diese Frage kann ich pauschal nicht beantworten, es gibt für mich Momente bei der Jagd, die mir einen sichern Schuss nicht ermöglichen oder die Situation ihn mir verbietet. Manchmal möchte ich auch einfach nur unser Wild beobachten.

Bei einer Maisdrückjagd wurde ich einmal in einem Waldweg abgestellt. Vor mir lag eine kleine Schlucht mit einem darüber liegenden Hang – ein perfekter Kugelfang für einen sicheren Schuss. Von rechts wechselte eine nichtführende Bache an, sie trollte genau im Gegenhang – scheibenbreit. Gleichzeitig sah ich einen Jagdhund hinter der Bache …schießen? Niemals! ich nahm nicht einmal meine Waffe in Anschlag – für mich war ganz klar, ich schieße nicht! Ich bin selbst Hundeführerin und würde niemals einen Hund gefährden.

Ich lasse den Finger gerade, wenn ein tödlicher, sauberer Kammerschuss nicht möglich ist! Zum Beispiel bei wuselnden Jungfüchsen im hohen Gras. Die Büchse bleibt auch in der Ecke, wenn ich einen jungen, gut veranlagten Rehbock oder ein starkes Schmalreh beobachte.

Jedes Wildtier wird genau beobachtet und angesprochen und wenn es nicht passt bleibt der Finger gerade!!

„Meine Pflicht als Jägerin ist es, das Wild nicht nur zu jagen, sondern auch zu hegen und  zu pflegen – damit ein artenreicher, vielfälltiger und gesunder Wildbestand erhalten bleibt…“

Ich unterlasse den Schuß , wenn das Wild nicht sauber und scheibenbreit steht oder es für mein Gefühl einfach zu weit weg ist ….ich mag keine weiten Schüsse auf Wild! Beim Training auf dem Schießstand oder im Schießkino ist das natürlich etwas anderes –  regelmäßige Besuche im Schießkino sind für mich selbstverständlich , ebenso wie ein gülltiger Schießnachweis.

***HALALI Redakteurin Ilka Dorn befasst sich in der aktuellen Juli /2012 Ausgabe der Jagdzeitschrift HALALI Jagd, Natur & Lebensart  mit dem Thema  – Dich hätte ich gehabt! Töten Frauen nur im Konjunktiv? Warum Jägerinnen manchmal im letzten Augenblick den Finger gerade lassen und dennoch stolz und erfüllt heimkehren.

Ein Dankeschön an HALALI für die Veröffentlichung. Es freut mich sehr, dass ich ein paar Zeilen dazu beitragen durfte ;O))

Waidmannsheil

Sandra Reifenhäuser

 

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4 Kommentare

  1. Ich jage Kochtopforientiert und als mutter denkend. Es ist grausam ein Rottier mit knavollem Euter im Milchfieber im Stangenholz liegen zu sehen, nur weil jemand meinte irgendwie irgendeinen blöden Abschussplan erfüllen zu müssen! Papier ist geduldig und Trophäen habe ich genug zu liegen, so dass ich immer etwas vorzeigen kann!

  2. Nun, ich bin zwar keine Frau, aber der Artikel könnte auch aus meiner Feder stammen.
    Genau so ist auch meine Einstellung zu Jagd. Viele Jäger mögen das anders sehen, aber das ist deren Sache und beeinflusst mich in meinem Tun und Handel in keiner Weise. Langsam hege ich die Befürchtung, dass der eigentliche Sinn und Zweck der Jagd auf der Strecke bleibt und die Jagd zur „Schädlingsbekämpfung“ verkommt.

    In diesem Sinne
    Waidmannsheil

  3. so ist es! WALD und WILD – Rehe, Rotwild und Co. gehören genauso in den Wald wie Bäume.

    Waidmannsheil! Sandra

  4. Habe seit 40 Jahren den Jagdschein.Habe es immer so gehalten wie Frau Reifenhäuser und mich dabei als Jägerin gut gefühlt.Auch in Zukunft werde ich meine Jagdweise nicht ändern.

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